Umgang mit Unterrichtsstörungen

Mit 10 Schritten zum entspannten Unterricht mit weniger Unterrichtsstörungen.

Was sind Unterrichtsstörungen?

Unterrichtsstörungen sind Störungen, die im Unterricht erkennbar werden und eine Unterbrechung von Lehren und Lernen fordern. 

Dabei kann man schülerbezogene, lehrerbezogene oder externe Störungen differenzieren. 

Gehen Störungen vom Schüler:in aus, geht es meist auf willkürlich störende Verhaltensauffälligkeiten hin oder eine Unter- oder Überforderung des Lernstoffs. 

Lehrerbezogene Störungen sind negative Verhaltensweisen wie z.B. Unfairness oder mangelnde Disziplin oder die Unterrichtsstruktur selbst kann Störungen verursachen. 

Externe Störungen sind äußere Einflüße, wie z.B. Vertretung, Tiere im Raum, Klassenraumwechsel, Baulärm usw. 

Wie kann man Unterrichtsstörungen verhindern?

In meinen 11 Jahren als Grundschullehrerin waren für mich die Unterrichtsstörungen der entschiedenste Faktor, dass ich Schritt für Schritt mich und meinen Unterricht verändert habe. 

Und eins vorweg: Einen Unterricht komplett ohne Störungen wird es nicht geben. 

Aber: Du als Lehrkraft kannst enorm viel tun, um Störungen im Unterricht zu verringern. 

Jedoch weicht mein Modell komplett von den gängigen Methoden zur Unterrichtsstörungen ab. 
Früher habe ich nämlich Unterrichtsstörungen immer schülerbezogen gesehen. Ich habe sanktioniert, Abschreibtexte verordnet, Strafen erteilt, sogar vom Unterricht ausgeschlossen. 

Doch richtig nachhaltig haben diese “Strafen” überhaupt nichts gebracht. Es waren immer noch die gleichen Kinder, die das gleiche störende Verhalten zeigten und es sich in keinerlei Weise gebessert hatte. 

Wie sehe ich entspannten Unterricht?

  • Jeder ist so, wie er ist
  • Jeden darin bestärken, gut mit sich selbst umzugehen
  • Jedem den Umgang mit Gefühlen näherzubringen
  • Werte vermitteln und Werte anderer akzeptieren
  • Mit Schüler:innen in Beziehung treten
  • Abwechslungsreichen Unterricht, wenig sitzen, viel bewegen, viele Lernorte
  • Themenwelt der Kinder aufgreifen
  • Unterschiedliche Methoden
  • Weg von „in den Kopf hineinstopfen“ zu handlungsorientiertem, lösungsorientiertem und greifbaren Lernen
  • Stress- und Anspannungsabbau
  • Kein Leistungsdruck
  • Kein Vergleichen der Schüler:innen
  • Respekt und Toleranz
  • Lernen lernen und Lernziel klar vor den Augen führen
  • Körperwahrnehmung fördern
  • Selbstbewusstsein stärken
  • Bewusstsein erweitern
  • Resilienz steigern
  • Spaß, Humor, Lachen
  • Fehler machen dürfen -> ordentliche Fehlerkultur
  • Lernprozess (Entwicklung) jedes einzelnen in den Vordergrund stellen
  • Spontanität
  • Vorbild sein
  • Gemeinschaftsgefühl und angenehme Klassenatmosphäre

Meine 10 Schritte um Unterrichtsstörungen zu verringern

Ebook: “Unterrichtsstörungen effektiv loswerden – Entspannter Unterricht” kaufen und meine Erfahrungen, Tipps und Beispiele lesen und direkt umsetzen

Ich habe durch meine Arbeit als Lehrerin sehr viel gelernt und auch sehr viel über mich gelernt. Es ist mir gelungen, mich selbst besser wahrzunehmen und einen Perspektivenwechsel zu sehen. Wenn auch du bereit dazu bist, etwas an dir und deinem Unterricht zu ändern, wirst du sehen, wie gut sich dies auf die gesamte Klassenatmosphäre auswirkt. 

1. Deine eigene Persönlichkeit

Deine eigene Persönlichkeit ist entscheidend dafür, was du über dich denkst, welche Glaubenssätze du hast, welche Werte du hast und vermitteln möchtest und wie deine eigene Haltung und Einstellung zur Schule ist. 

Sich mit der eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen hat mir in den letzten Jahren enorm viel geholfen. Leider funktioniert das nicht an einem Tag. Bei mir waren es mehrere Jahre und ich entwickele mich immer noch weiter, um mein Leben so zu leben, wie ich es mir vorstelle. 

Deine Grundeinstellung, wie du denkst wirkt sich auf die gesamte Klasse aus. Deine Glaubenssätze verinnerlichen auch deine Schüler:innen und was du meist unbewusst tust, schauen sie sich ab. 

Deshalb ist es enorm wichtig, mit wie viel Begeisterung, Gelassenheit und Energie du zur Schule kommst. 

Wie sehr liebst du deinen Job und jede Unsicherheit spüren auch die Kinder, die du unterrichtest. 

Wie denkst du, wie gehst du mit Stress um, wie selbstbewusst bist du? 

Es gibt so viele Fragen, die du für dich beantworten solltest, um zu wissen, wo du stehst und wo du hin möchtest. 

2. Der Unterricht an sich

Wie ist dein Unterricht? 

Ist dein Unterricht spannend und lösungsorientiert, sind Kinder in ihrem Lernen so vertieft, dass sie nicht auf die Idee kommen, den Unterricht zu stören. 

Kinder lernen unheimlich gerne. Wenn Themen aufgegriffen werden, die aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz stammen, sind sie wesentlich motivierter. 

Welche Methoden benutzt du? Lernen die Kinder mit allen Sinnen? Wechselst du so oft wie möglich den Lernort? Verbindest du Bewegung mit Lernen? 

Vertiefe folgende Stichpunkte, um deine Unterrichtsqualität zu verbessern:

  • Abwechslungsreiche Lernmethoden
  • Lernen mit allen Sinnen
  • Lernen mit Bewegung
  • Themen aus der Erfahrungswelt der Kinder auswählen
  • Highlights einbauen
  • Bildungssystem hinterfragen
  • Lernziele für jede Stunde
  • Lernen lernen
  • Lernwegeplan für strukturiertes Arbeiten
  • Lerntagebücher
  • Werte statt Regeln und Konsequenzen
  • Kein Leistungsdruck
  • Ordentliche Fehlerkultur
  • Kein Vergleichen untereinander 

3. Das Lernziel

Das Stundenziel oder das Lernziel sollte wirklich für jede Stunde sichtbar gemacht werden. 

Es ist wichtig, dass Kinder verstehen, warum sie etwas lernen. 

Sehen sie den Sinn nicht dahinter, sind sie unmotivierter und versuchen andere Beschäftigungen zu finden. 

Lernziele ohne “soll” positiv und einfach formulieren. Was können die Kinder am Ende der Stunde?

Bsp: Ich kann Zahlen verdoppeln und halbieren.
Ich kenne alle Burgteile. 
Ich beschreibe die Entwicklung von einem Ei zum Schmetterling. 

Ich benutze gerne Zielscheiben, um Kindern die Möglichkeit zu geben, zu reflektieren, wie gut sie das Ziel erreicht haben. 

Smilies eignen sich nicht, da sie Ausdrücke für Gefühle sind. 

4. Beziehung zu jedem Schüler und jeder Schülerin

Kinder brauchen in erster Linie Sicherheit. Ist diese für das Kind an sich gegeben? 

Wie sicher fühlen sie sich? Werden sie gesehen und ernst genommen? 

Jedes Kind hat sein Päckchen zu tragen und in der Klassengemeinschaft kann man nicht jedem gerecht werden, aber auf Augenhöhe kann man zu jedem Kind eine enge Beziehung aufbauen, um zu verstehen, was das Kind aktuell beschäftigt. 

Die Zeit, die du in eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung steckst, bekommst du durch anschließenden “tollen” Unterricht wieder zurück. 

Versuche Störungen seitens der Schüler:innen nicht direkt negativ zu sehen, sondern siehe es als Hilferuf, welches Bedürfnis hat das Kind? Welche genaue Ursache steckt hinter dem Störverhalten? Hinterfrag genau das und du wirst merken, dass es immer einen Grund gibt, warum das Kind sich in diesem Moment nicht so verhält, wie du es verlangst. 

5. Werte statt Regeln

Hast du schon mal darüber nachgedacht die Klassenregeln abzuschaffen? 

Ich habe genau das gemacht und mich ernsthaft mit meinen eigenen Werten und den der Kinder beschäftigt. 

Dafür geht am Anfang etwas Zeit drauf, aber diese wird durch eine angenehme Wertekultur wieder gut gemacht. 

Der Umgang mit Werten ist ein anderer als mit Regeln. Jedem Kind sind die eigenen Werte wichtiger, als sich an festgesetzte Regeln zu halten. Durch diese vertrauensvolle Basis, die dadurch entsteht, schafft man eine angenehme Klassenatmosphäre. 

6. Bewegung / Yogaübungen

Kinder sind maßlos überfordert, wenn sie 4-6 Stunden am Tag, nur sitzen. Ein bis zwei Hofpausen reichen nicht aus, um den kindlichen Bewegungsdrang zu folgen. Kinder brauchen in jeder Schulstunde Bewegung. 

(Sogar Erwachsende sollten sich jede halbe Stunde kurz bewegen, um alle negativen Folgen wie Rückenschmerzen usw. zu verhindern)

Ich habe durch meine Yogalehrerausbildung viele Yogaübungen in den Unterricht integriert. Mit Gedichten und Reimen, passend zu einem Unterrichtsthema haben wir eine Yogaabfolge gemacht, die die Stunde aufgelockert hat und zudem das Gelernte nochmal gefestigt wurde.

Durch die Verbindung von Bewegung und Lerninhalt konnten sich die Kinder die Fachwörter bestimmter Themen besser und einfacher gemerkt. 

Ich habe passend zum Unterricht Yogaposter und Yoga-Bildkarten erstellt, um auch Lehrkräften, die keine Erfahrung mit Yoga haben, die positiven Wirkungen des Yoga im Unterricht näher zu bringen. 

Egal wie, baue aber in jeder Stunde Bewegung mit in den Unterricht ein. Mal sehr aktiv, mal ruhig und harmonisierend. 

7. Entspannung

Vielleicht merkst du an dir, wie stressig unsere Zeit ist. Es gibt kaum noch Platz für Ruhe, Entspannung und Innehalten. Aber genau das brauchen die Lehrkräfte und die Schüler:innen. 

Stress und Anspannung sind schon im Kindesalter von großer Bedeutung. Oftmals äußern sich Kinder dazu mit Kopf- oder Bauchschmerzen, Unruhe, Unkonzentriertheit usw. 

Es ist gerade im Unterricht ganz einfach Entspannung einzubauen. 

Als Entspannungstrainerin habe ich die 3 gängigsten Methoden im Unterricht angewandt. Fantasiereisen, Autogenes Training und die progressive Muskelentspannung. So konnte jedes Kind herausfinden, mit welcher Methode es am liebsten entspannt. 

Meine selbst erstellten Materialien zur Entspannung findest du zu jedem Thema, welches ich bis jetzt erstellt habe. 

8. Gefühle

Das Thema Gefühle sollte in jedem Unterricht groß geschrieben werden. Es gibt keine schlechten und guten Gefühle. Diese Kategorien sollten wir löschen. Viel mehr gilt es, sich bewusst zu machen, wie fühle ich mich? 

Was möchte mir mein Gefühl jetzt sagen? Jedes Gefühl sollte akzeptiert werden. Dann wird es automatisch wieder umgewandelt. Gefühle sind nicht von Dauer. 

Natürlich gibt es Gefühle, die wir eher als unangenehm empfinden. Doch zu wissen, dass diese auch etwas gutes für uns tun, fördert wiederum die Resilienz und die Herausforderung mit schwierigen Situationen. 

Deshalb ist es so wichtig über Gefühle zu sprechen

Ich habe zum Thema Wetter Materialien erstellt, die den Vergleich von Wetter und Gefühlen verdeutlichen. 

9. Gedanken

Sich mit Kindern über ihre eigenen Gedanken zu unterhalten, fördert das Verständnis für bestimmt Verhaltensweisen. Es gibt so viele Kinder mit zu wenig Selbstbewusstsein und Kinder, die durch eigene negative Glaubenssätze sehr “schlecht” über sich selbst denken. 

Gerade da gilt es, Kindern die Sicherheit zu geben und sie darin zu bestärken, dass jeder gut ist, so wie er ist. Dass Vergleiche untereinander völlig nutzlos sind. 

Affirmationen in Form von Karten helfen da, mit Kindern das positive Denken zu üben. 

Verschiedene Visualisierungen, die Kindern helfen zu verstehen, wie unruhige Gedanken und ruhige Gedanken aussehen, fördern das Mitmachen von Atem- und Entspannungsbungen. 

10. Atmung

Es ist sehr erstaunt, wie wenig ich über den Atem wusste. Ich war mir sicher, das geschieht einfach von alleine. Aber wir können mit einer schlechten Atmung sehr viel Schaden im Körper anrichten und genau so können wir durch gezielte Atemübungen sehr viel verbessern. 

Atemübungen mit Kindern im Unterricht zu machen, kann die Konzentration steigern, Spannungen abbauen und Ruhe fördern. 

In der Maskenzeit empfiehlt es sich daher so oft wie möglich den Unterricht nach draußen zu verlagern.

Unterrichtsstörungen effektiv loswerden

Ich habe all diese Erfahrungen noch ausführlicher geschrieben, mit vielen Beispielen und Links zur Vertiefung in meinem eBook “Unterrichtsstörungen effektiv loswerden”. Genau diese 10 Schritte haben mir geholfen, dass eine angenehme Klassenatmosphäre herrschte, Beziehungen entstanden sind, wir auf Augenhöhe respektvoll miteinander umgegangen sind und das Lehren und Lernen wieder Spaß machte. 

Möchtest du auch diese Erfahrungen machen, dann kauf dir das eBook. Ich wünsche mir, dass es auch dir hilft und wir gemeinsam den Weg gehen, Kindern wirklich in der Schule zu helfen. 

Unterrichtsstörung

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