Achtsamkeitsübungen Grundschule: 8 wertvolle Tipps, wie sie mit großen Klassen funktionieren

Achtsamkeitsübungen in der Grundschule können Kindern helfen, für einen Moment aus dem hektischen Schulalltag auszusteigen, ihre Aufmerksamkeit bewusst zu lenken und den eigenen Körper besser wahrzunehmen. Doch zwischen einer schönen Übung auf dem Papier und einer Übung, die mit 25 oder 30 Kindern im echten Klassenraum funktioniert, liegt manchmal ein großer Unterschied.

Denn was passiert, wenn nur ein Kind einen Gegenstand in der Hand hält und ihn achtsam betrachtet? Was machen die anderen 28 Kinder? Wie lange dauert es, bis das benötigte Material verteilt ist? Und wie schafft man es, nach einer Fantasiereise oder Entspannungsübung wieder gemeinsam in den Unterricht zurückzufinden?

Genau diese Fragen sind entscheidend, wenn Achtsamkeitsübungen in der Grundschule nicht nur nett klingen, sondern im Alltag wirklich funktionieren sollen.

Die gute Nachricht: Es braucht weder einen eigenen Raum noch Yogamatten oder eine komplette Unterrichtsstunde. Kurze, klar strukturierte Übungen können direkt am Platz, im Sitzkreis oder zwischen zwei Unterrichtsphasen stattfinden. Entscheidend ist weniger die Länge der Übung als ihre Passung zur Lerngruppe und zur jeweiligen Situation. Auch Fachbeiträge zur schulischen Umsetzung betonen, dass Achtsamkeit nicht nur in separaten Trainings stattfinden muss, sondern sich in kleine Impulse für Ankommen, Konzentration und Entspannung integrieren lässt.


Warum Achtsamkeitsübungen in der Grundschule sinnvoll sind

Kinder verbringen einen großen Teil ihres Tages in einer Umgebung, in der ständig etwas passiert: Gespräche, Arbeitsaufträge, Geräusche, Bewegungen, soziale Situationen, Leistungsanforderungen und Übergänge.

Dabei müssen sie lernen, ihre Aufmerksamkeit zu lenken, Impulse zu steuern und mit unterschiedlichen Gefühlen und Anspannungszuständen umzugehen. Diese Fähigkeiten entwickeln sich nicht von allein, sondern werden im Laufe der Kindheit zunehmend aufgebaut.

Achtsamkeit kann dabei eine Möglichkeit sein, solche Fähigkeiten im Alltag immer wieder zu üben.

Dabei geht es nicht darum, Kinder möglichst lange still sitzen zu lassen. Achtsamkeit bedeutet vielmehr, die Aufmerksamkeit bewusst auf das zu richten, was gerade wahrgenommen wird: einen Klang, eine Bewegung, einen Atemzug, einen Gegenstand oder eine Empfindung im eigenen Körper.

Gerade für Grundschulkinder sind deshalb konkrete Sinnesübungen oft leichter zugänglich als lange, abstrakte Meditationen. Sehen, hören, fühlen, riechen oder bewegen sind Erfahrungen, mit denen Kinder unmittelbar etwas anfangen können. Auch aktuelle pädagogische Materialien für den Schuleinsatz setzen deshalb auf kurze Übungen zur Wahrnehmung und Körperwahrnehmung.


Achtsamkeitsübungen Grundschule: Die 8 wichtigsten Tipps für große Klassen

1. Die ganze Klasse sollte möglichst gleichzeitig beteiligt sein

Achtsamkeit in der Klasse Kinder atmen nehmen bewusst wahr

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Grundsatz.

Eine Übung kann für ein einzelnes Kind wunderbar sein und trotzdem für eine große Klasse ungeeignet sein.

Stell dir vor, ein Kind bekommt einen schönen Stein und soll ihn 30 Sekunden lang ganz bewusst betrachten und fühlen.

Das Kind ist beschäftigt.

Aber was machen die anderen 28?

Wenn sie warten, zuschauen oder darauf warten, selbst an die Reihe zu kommen, entsteht schnell Unruhe. Die eigentliche Achtsamkeitsübung wird dadurch zur organisatorischen Herausforderung.

Besser: Alle machen gleichzeitig etwas

Bei Achtsamkeitsübungen in der Grundschule sollte deshalb möglichst jedes Kind zur gleichen Zeit eine kleine Wahrnehmungsaufgabe bekommen.

Zum Beispiel:

„Schau dich eine Minute lang in deinem Umfeld um. Suche etwas, das dich an den Sommer erinnert.“

Oder:

„Höre ganz genau hin. Welche Geräusche kannst du entdecken, die du normalerweise gar nicht bemerkst?“

Oder:

„Spüre deine Füße auf dem Boden. Wie fühlt sich der Boden unter deinen Füßen an?“

Kein Kind muss warten. Kein Kind muss zuschauen. Alle sind beteiligt.


2. Weniger Material ist bei großen Klassen oft mehr

Kind fühlt und riecht an einem Gegenstand. Bewusste Wahrnehmung, Achtsamkeit in der Schule

Material kann eine Achtsamkeitsübung besonders spannend machen. Gleichzeitig kann es bei 30 Kindern schnell zum organisatorischen Problem werden.

Deshalb lohnt sich vor jeder Übung die Frage:

Brauche ich dieses Material wirklich?

Wenn ja, sollte es möglichst einfach zu verteilen und wieder einzusammeln sein.

Noch besser sind Gegenstände, die bereits vorhanden sind.

Ein Stift kann zum Wahrnehmungsgegenstand werden. Ein Blatt Papier. Der eigene Tisch. Die eigenen Hände. Der Blick aus dem Fenster.

So wird aus einer aufwendigen Materialübung eine Achtsamkeitsübung ohne zusätzliche Vorbereitung.

Und manchmal darf die Umgebung selbst zum Material werden

Gerade im Sommer ist das besonders schön.

Welche Farben kannst du draußen entdecken?

Welche Geräusche hörst du?

Wo kannst du Licht und Schatten sehen?

Was bewegt sich draußen?

Damit braucht es weder 30 Gegenstände noch 30 Materialsets.


3. Achtsamkeitsübungen für Kinder sollten konkret sein

Achtsamkeit mit oder ohne Material in der Schule

Ein häufiger Stolperstein ist eine zu abstrakte Sprache.

„Spüre deine innere Ruhe“ kann für ein Kind etwas völlig anderes bedeuten als für einen Erwachsenen.

Kinder brauchen häufig etwas, das sie sehen, hören, fühlen oder sich vorstellen können.

Deshalb:

Nicht:

„Lenke deine Aufmerksamkeit auf deine Körperempfindungen.“

Sondern:

„Spür einmal deine Füße im Schuh. Sind sie warm oder eher kühl?“

Nicht:

„Nimm deinen Atem bewusst wahr.“

Sondern:

„Spürst du, wie sich dein Bauch beim Einatmen hebt und beim Ausatmen wieder senkt?“

Nicht:

„Werde ganz präsent.“

Sondern:

„Welche drei Geräusche kannst du gerade hören?“

Je konkreter der Auftrag, desto leichter fällt vielen Kindern der Einstieg.


4. Eine Achtsamkeitsübung muss nicht immer vollkommen still sein

Achtsamkeit muss nicht vollkommen sein in der Schule und in der Klasse

Das ist ein wichtiger Gedanke – besonders in der Grundschule.

Achtsamkeit wird manchmal mit absoluter Ruhe gleichgesetzt. Doch eine Klasse mit 28 Kindern muss nicht plötzlich für fünf Minuten aussehen wie ein Meditationsraum.

Ein Kind bewegt vielleicht die Füße.

Ein anderes öffnet zwischendurch die Augen.

Ein Kind kichert.

Ein anderes möchte lieber auf einen Punkt schauen als die Augen zu schließen.

Das bedeutet nicht automatisch, dass die Übung nicht funktioniert.

Das Ziel sollte nicht perfekte Stille sein.

Viel wichtiger ist:

Können die Kinder ihre Aufmerksamkeit für einen Moment bewusst auf eine Sache richten?

Wenn ja, findet bereits eine Form von Achtsamkeit statt.


5. Augen schließen sollte freiwillig sein

Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen Augen schließen freiwillig

Gerade bei Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen wird häufig selbstverständlich gesagt:

„Schließt jetzt alle die Augen.“

Ich würde das bei Kindern anders formulieren.

Besser:

„Wenn du möchtest, kannst du deine Augen schließen. Du kannst aber auch einen ruhigen Punkt vor dir anschauen.“

Das gibt Kindern Wahlmöglichkeiten und verhindert, dass sich einzelne Kinder durch die Übung unwohl fühlen.

Auch bei Fantasiereisen oder Entspannungsübungen kann diese kleine Wahlmöglichkeit hilfreich sein.


6. Die Übung braucht einen klaren Anfang und ein klares Ende

Start und Endsignal von Achtsamkeit hervorheben

Bei einer großen Klasse sind Übergänge besonders wichtig.

Das gilt nicht nur für den Start, sondern auch für den Abschluss.

Wenn eine Lehrkraft einfach sagt:

„Okay, das war’s.“

kann es passieren, dass 28 Kinder gleichzeitig wieder aufspringen, reden und ihre Aufmerksamkeit irgendwohin verteilen.

Besser ist ein kleines Abschlussritual

Zum Beispiel:

„Bewege langsam deine Finger.“

„Streck dich einmal.“

„Spür noch einmal deine Füße auf dem Boden.“

„Schau dich im Klassenraum um.“

„Und wenn du bereit bist, nimm dein Deutschheft.“

So entsteht eine Brücke zwischen Achtsamkeit und Unterricht.


7. Der richtige Zeitpunkt ist wichtiger als die perfekte Übung

Richtiger Zeitpunkt für Achtsamkeit, von Bewegung zur Ruhe

Nicht jede Übung passt zu jeder Situation.

Eine ruhige Fantasiereise kann nach einer langen konzentrierten Arbeitsphase wunderbar sein.

Nach einer sehr bewegten Pause kann dagegen zunächst eine kurze Aktivierung sinnvoller sein.

Das klingt zunächst widersprüchlich, ist aber im Klassenraum entscheidend:

Manchmal brauchen Kinder zuerst Bewegung, bevor sie sich entspannen können.

Ein möglicher Ablauf kann sein:

Bewegung → Atmung → Wahrnehmung → Ruhe → Lernen

Eine kurze Yogaübung, ein Strecken oder eine bewegte Geschichte kann zunächst überschüssige Energie aufnehmen. Anschließend kann eine kurze Atem- oder Achtsamkeitsübung die Aufmerksamkeit wieder sammeln.

Genau deshalb müssen Achtsamkeitsübungen in der Grundschule nicht immer als reine Ruheübung verstanden werden.


8. Wiederholung macht es leichter

Achtsamkeit und Atemübungen in der Klasse regelmäßig weiderholen, mehrmals üben

Du musst nicht jeden Tag eine neue Übung anbieten.

Im Gegenteil: Wiederholung kann Kindern Sicherheit geben.

Wenn eine Klasse beispielsweise jeden Morgen mit derselben kurzen Atemübung startet, müssen die Kinder die Anleitung nach einigen Wochen kaum noch hören.

Auch ein immer wiederkehrendes Signal kann helfen:

„Wir machen unsere Drei-Atemzüge-Pause.“

Die Kinder wissen bereits, was passiert.

Das spart Zeit und reduziert Erklärungen.


Entspannung ist nicht dasselbe wie Achtsamkeit

Diese beiden Begriffe werden im Schulalltag häufig miteinander vermischt.

Achtsamkeit bedeutet vor allem, bewusst wahrzunehmen, was gerade geschieht.

Das kann ruhig sein – muss es aber nicht.

Ein Kind kann beispielsweise ganz aufmerksam sommerliche Geräusche wahrnehmen, ohne dabei besonders entspannt zu sein.

Entspannung zielt dagegen stärker darauf, körperliche oder mentale Anspannung zu reduzieren.

Hier kommen beispielsweise infrage:

  • Fantasiereisen
  • Atemübungen
  • Progressive Muskelentspannung
  • kindgerechtes autogenes Training
  • ruhige Körperübungen

Deshalb lohnt es sich, je nach Situation zu entscheiden:

Braucht meine Klasse gerade Wahrnehmung, Bewegung oder tatsächliche Entspannung?


Was tun, wenn die Klasse trotzdem unruhig bleibt?

Das wird vermutlich eine der wichtigsten Fragen für Lehrkräfte sein.

Und hier würde ich ganz klar sagen:

Nicht jede Übung muss bei jedem Kind sofort funktionieren.

Wenn eine Klasse während einer Entspannungsübung immer unruhiger wird, würde ich nicht einfach lauter und länger erklären.

Stattdessen:

1. Übung verkürzen

Aus fünf Minuten werden zwei.

2. Körper einbeziehen

Erst strecken, bewegen oder schütteln – dann zur Ruhe kommen.

3. Auftrag vereinfachen

Nur eine Wahrnehmungsaufgabe statt fünf.

4. Augen offen lassen

Nicht jedes Kind muss die Augen schließen.

5. Routine aufbauen

Eine neue Übung braucht möglicherweise mehrere Wiederholungen, bevor sie selbstverständlich wird.

Entspannung kann man nicht erzwingen.

Das gilt besonders bei Kindern.


Ein praktischer Grundsatz für den Klassenraum

Wenn du eine neue Achtsamkeitsübung in der Grundschule ausprobieren möchtest, kannst du dir vorher diese fünf Fragen stellen:

Kann ich die Übung mit meiner ganzen Klasse gleichzeitig durchführen?

Wenn nein: Was könnte ich verändern?

Brauche ich wirklich Material?

Wenn ja: Ist es einfach zu organisieren?

Ist der Auftrag für ein Kind verständlich?

Kann ich ihn in einem kurzen Satz erklären?

Passt die Übung zu meiner aktuellen Unterrichtssituation?

Braucht die Klasse gerade Bewegung oder Ruhe?

Wie endet die Übung?

Wie kommen die Kinder anschließend wieder gemeinsam in den Unterricht?

Wenn du diese fünf Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass die Übung auch im echten Klassenraum funktioniert. 

Und wenn die Regelmäßigkeit und Routine erstmal da ist, kannst du den Kindern vielleicht individuell den Raum dafür geben, achtsam zu sein, oder eine Atemübung für sich ausführen. Und zwar genau dann, wenn es das jeweilige Kind braucht. 


Achtsamkeitsübungen müssen nicht noch mehr Arbeit für Lehrkräfte bedeuten

Genau hier liegt für mich der entscheidende Punkt.

Achtsamkeit und Entspannung sollten Lehrkräfte nicht zusätzlich belasten.

Wenn eine fünfminütige Übung zehn Minuten Vorbereitung, kompliziertes Material und einen komplett umgebauten Klassenraum benötigt, passt sie für viele Unterrichtssituationen schlicht nicht.

Die wertvollsten Übungen sind häufig diejenigen, die du spontan einsetzen kannst:

„Die Klasse ist gerade völlig durch – wir machen zwei Minuten Bewegung.“

„Nach der Pause brauchen wir einen Moment zum Ankommen.“

„Vor der Klassenarbeit atmen wir gemeinsam.“

„Nach dieser langen Arbeitsphase brauchen unsere Körper eine Pause.“

Es geht nicht darum, jeden Tag eine komplette Yoga- oder Entspannungseinheit anzubieten.

Es geht darum, kleine Möglichkeiten zur Regulation in den normalen Unterricht einzubauen.


Yoga, Achtsamkeit und Entspannung in den Unterricht integrieren

Wenn du Yoga nicht nur als einzelne Bewegungspause, sondern als ganzheitliches Konzept für den Grundschulunterricht einsetzen möchtest, habe ich dazu mein Workbook „Yoga im Unterricht integrieren“ entwickelt.

Darin geht es nicht darum, aus Lehrkräften Yogalehrerinnen und Yogalehrer zu machen. Vielmehr zeigt das Workbook, wie sich die verschiedenen Elemente des Yoga realistisch und mit wenig zusätzlichem Aufwand in den Unterricht integrieren lassen. Es enthält theoretische Grundlagen, didaktische Hinweise und direkt einsetzbare Übungen.

Workbook Yoga im Unterricht der Grundschule integrieren mit Übungen als pdf

Zum Workbook „Yoga im Unterricht integrieren“


Achtsamkeitsübungen passend zu verschiedenen Unterrichtsthemen

Achtsamkeit muss übrigens nicht immer losgelöst vom Unterricht stattfinden.

Besonders schön wird sie, wenn sie an Themen anknüpft, die Kinder ohnehin gerade beschäftigen.

Im Sommer können beispielsweise Sommergeräusche, Farben, Wolken, Federn oder Seifenblasen zum Ausgangspunkt werden.

Im Sachunterricht lassen sich Naturbeobachtungen aufgreifen.

Im Deutschunterricht können Wahrnehmungsübungen mit Geschichten und Schreibimpulsen verbunden werden.

Und auch Bewegung und Yoga können thematisch in Unterrichtsinhalte eingebettet werden.

Auf meiner Seite findest du deshalb thematisch aufgebaute Materialien, die Yoga, Atemübungen, Entspannung und Achtsamkeit miteinander verbinden.

Unterrichtsmaterial Grundschule

Zu den Themenmaterialien für die Grundschule

All meine Materialien findest du jetzt auch bequem im internen Bereich zum Jahresabo. Schau gerne nach. 

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Zum Yokids – Mitgliederbereich.

Wenn du gerade nach sommerlichen Übungen suchst, findest du dort beispielsweise auch Materialien rund um Sommer, Bewegung, Achtsamkeitsübungen Grundschule, sowie Entspannungs- und Atemübungen.

Sommer Grundschule Materialpaket Jahreszeit Sachunterricht pdf Unterricht

Sommermaterial und weitere Themen für die Grundschule


Du möchtest Achtsamkeit und Yoga dauerhaft in deiner Schule etablieren?

Manchmal reicht es nicht, ein paar Übungen herunterzuladen. Gerade wenn ein Kollegium Yoga, Achtsamkeit und Entspannung langfristig in den Schulalltag integrieren möchte, entstehen ganz andere Fragen:

Wie starten wir?

Welche Übungen passen zu welcher Situation?

Wie können mehrere Lehrkräfte mit einem gemeinsamen Konzept arbeiten?

Wie schaffen wir Rituale, ohne dass es für Lehrkräfte zusätzlichen Stress bedeutet?

Für Schulen, die hier tiefer einsteigen möchten, biete ich individuelle Fortbildungen für Lehrkräfte und Kollegien an. Die Inhalte können an die Bedürfnisse der jeweiligen Schule angepasst werden und verbinden theoretische Grundlagen mit praktischen Übungen für den Klassenraum.

Mehr über individuelle Fortbildungen für Schulen


Fazit: Gute Achtsamkeitsübungen müssen zum Klassenraum passen

Achtsamkeitsübungen Grundschule müssen nicht kompliziert sein.

Sie müssen vor allem kindgerecht, kurz, konkret und klassentauglich sein.

Gerade bei großen Klassen lohnt es sich, vor jeder Übung einen Schritt weiterzudenken:

  • Sind alle Kinder gleichzeitig beteiligt?
  • Brauche ich wirklich Material?
  • Ist die Anleitung verständlich?
  • Passt die Übung zur aktuellen Situation?
  • Können Kinder auf unterschiedliche Weise teilnehmen?
  • Gibt es einen klaren Anfang und ein klares Ende?

Wenn diese Punkte stimmen, können bereits wenige Minuten einen wertvollen Unterschied im Schulalltag machen.

Und vielleicht ist genau das der wichtigste Gedanke:

Achtsamkeit und Entspannung müssen nicht zusätzlich zum Unterricht stattfinden. Sie können Teil eines Unterrichts werden, der Kinder in ihren Bedürfnissen wahrnimmt.


Häufige Fragen zu Achtsamkeitsübungen in der Grundschule

Wie lange sollten Achtsamkeitsübungen in der Grundschule dauern?

Für den Einstieg reichen häufig ein bis drei Minuten. Längere Fantasiereisen oder Entspannungsverfahren können je nach Situation fünf bis zehn Minuten dauern. Entscheidend ist, dass die Dauer zur Lerngruppe und zum Unterrichtsabschnitt passt.

Kann man Achtsamkeitsübungen mit 25–30 Kindern durchführen?

Ja – wenn die Übung für eine Gruppe konzipiert ist. Besonders geeignet sind Übungen, bei denen alle Kinder gleichzeitig etwas wahrnehmen, bewegen, hören oder beobachten. Übungen mit langen Wartezeiten oder viel Material sind für große Klassen dagegen häufig weniger geeignet.

Muss bei Achtsamkeitsübungen jedes Kind die Augen schließen?

Nein. Das Schließen der Augen sollte kein Zwang sein. Kinder können alternativ einen ruhigen Punkt anschauen oder die Augen geöffnet lassen.

Was ist besser: Achtsamkeit oder Entspannung?

Das hängt von der Situation ab. Achtsamkeitsübungen lenken die Aufmerksamkeit bewusst auf den gegenwärtigen Moment, während Entspannungsübungen stärker auf das Lösen von Anspannung ausgerichtet sind. Beide Ansätze können sich im Unterricht sinnvoll ergänzen.

Wann eignen sich Achtsamkeitsübungen im Unterricht?

Sie können zum Ankommen, nach der Pause, zwischen zwei Arbeitsphasen, vor einer konzentrierten Aufgabe oder zum Stundenabschluss eingesetzt werden. Wichtig ist, die Übung passend zum aktuellen Zustand der Klasse auszuwählen.

Was mache ich, wenn Kinder bei einer Entspannungsübung lachen oder unruhig werden?

Das ist zunächst nicht ungewöhnlich. Verkürze die Übung, gib einen konkreten Auftrag oder baue zunächst eine kleine Bewegung ein. Entspannung sollte nicht erzwungen werden. Mit wiederkehrenden Ritualen lernen Kinder häufig, sich zunehmend darauf einzulassen.

Brauche ich als Lehrkraft eine Yoga- oder Achtsamkeitsausbildung?

Nein. Für einfache Übungen im Unterricht sind keine umfangreichen Vorkenntnisse notwendig. Wichtig sind eine klare Anleitung, kindgerechte Übungen und ein realistischer Blick auf die eigene Lerngruppe. Wer tiefer einsteigen möchte, kann sich entsprechend fortbilden.

Gibt es Achtsamkeitsübungen, die ohne Material funktionieren?

Ja, sehr viele. Hören, Sehen, Körperwahrnehmung, Atmung und bewusste Bewegung lassen sich problemlos ohne zusätzliches Material einsetzen. Gerade für große Klassen sind solche Übungen oft besonders praktisch.

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