Yoga im Unterricht integrieren
Modul 1 - Was ist Yoga?
Lektion 5 - >Positives Denken
Lektion 5 - Positives Denken
Es ist mittlerweile sehr gut erforscht, dass unser Denken enormen Einfluss auf viele Prozesse im Körper und unsere Umgebung hat. Joe Dispenza zeigt deutlich mit wissenschaftlichen Untersuchungen, wie das Denken und unsere damit verbundenen Gefühle miteinander gekoppelt sind.
Menschen, die negative Glaubenssätze in sich tragen und das Unterbewusstsein diese verinnerlicht hat, sind oft schlechter gelaunt, haben körperliche oder psychische Krankheitssymptome, sind negativer eingestellt und oft unglücklicher als Menschen mit positiven inneren Glaubenssätzen die sie selbst stärken, die oftmals Selbstheilungskräfte aktivieren und ihr Leben in die “richtige” Bahn lenken können und dadurch glücklicher sind.
Dieses Wissen wird auch im Yoga schon seit mehreren Hundert Jahren angewandt und praktiziert.
Deshalb ist es so wichtig, wie wir selbst mit uns sprechen und was und wie wir vor Kindern sprechen. Kinder saugen alles aus ihrer Umgebung auf und nehmen ihre Erwachsene im nahen Umfeld als Vorbilder. Glaubenssätze werden somit von Eltern, aber auch Geschwistern, nahen Familienangehörigen, Freunden und von Lehrern in der Schule weitergegeben. Sind diese oftmals negativ, übernehmen Kinder diese und haben ein geringes Selbstbewusstsein, vermindertes Selbstwertgefühl und kaum Selbstliebe. Kinder mit positiven Glaubenssätzen in ihrer Umgebung sind dagegen selbstbewusster, strahlen ihre eigene Persönlichkeit aus und können sich selbst gut einschätzen. Sie vergleichen sich nicht mit anderen und profitieren von individuellen Stärken.
Deshalb ist es enorm wichtig, gerade in der Schule den Kindern ein Gefühl zu vermitteln, dass sie wertvoll sind, dass sie wahrgenommen werden und dass jedes Kind genau so gut ist, wie es ist.
Der Notendruck und das Vergleichen untereinander müssen aufhören. Auch eine positive Fehlerkultur trägt zum positiven Lernklima bei.
Denn Kinder verbinden Fehler und schlechte Noten mit ihrer eigenen Persönlichkeit und denken, sie seien schlecht. Und das muss dringend geändert werden.
Warum ist positives Denken so wichtig?
Im Raja Yoga dreht sich alles um die Gedanken und die Meditation. Gedanken sind starke Kräfte.
Jeder Gedanke formt den eigenen Charakter. Sind die Gedanken positiv, so wirkt sich das auch auf das eigene Verhalten und den Charakter aus. Wir können unsere Gedanken jederzeit ändern.
Gedanken führen zu Handlungen. Gute Gedanken schaffen gute Taten und schlechte Gedanken schaffen schlechte Taten. Rottet man die negativen Gedanken aus, so wird man nichts Böses tun.
Genau das können wir Erwachsene Kindern schon früh beibringen.
Affirmationen und Visualisierungen als Hilfsmittel
Affirmationen sind positive Sätze, die meist mit „Ich bin…“ oder „Ich habe…“ beginnen. Spricht, fühlt und stellt man sich diese Sätze mehrmals vor, so werden sie im Unterbewusstsein verankert und entsprechende Handlungen werden unternommen. Die Sätze sollten in der Gegenwart formuliert werden, so als ob das Ereignis schon stattfindet. Negationen sollten auf keinen Fall verwendet werden. Aus „Ich bin nicht faul.“ wird „Ich bin voller Tatendrang.“
Wenn ein Kind die ganze Zeit denkt, es hat keine Freunde, so ist dies auch zu beobachten. Es ist oft einsam oder versucht Aufmerksamkeit durch Aggressionen und böse Taten zu erlangen. Lässt sich dieses Kind auf eine positive Veränderung ein, kann die Affirmation „Ich bin freundlich und spiele gerne mit anderen Kindern.“ helfen. Gibt es dazu eine passende Visualisierung, hilft es dem Kind seine Gedanken zu positiven umzuwandeln. Kann das Kind sich auch genau in diese Vorstellung hineinfühlen, tritt das Ergebnis noch schneller ein.
Positiver Umgang mit sich selbst und dem Umfeld
Die eigenen Gedanken im Kopf über sich selbst haben einen enormen Einfluss auf das Selbstwertgefühl, Selbstliebe und das Selbstbewusstsein. Durch negative Glaubenssätze, wie zum Beispiel „Ich bin hässlich.“ oder „Ich bin dafür nicht gut genug.“ führen zu psychischen Erkrankungen und Belastungen, die sich früher oder später auch durch körperliche Symptome zeigen.
Genauso verhält es sich auch im Umgang mit anderen und dem eigenen Umfeld. Empathie spielt dabei eine große Rolle. Sich für den anderen Zeit nehmen und in Beziehung treten, ihn wahrnehmen und wertschätzen hinterlassen wahre Freundschaften und eine Verbesserung der Beziehung und/oder Partnerschaft.
Durch verschiedene Übungen, die für Kinder durch Visualisierungen dargestellt werden, lernen Kinder sich selbst zu lieben/zu akzeptieren und andere in ihrem Umfeld genau so wertzuschätzen.
Dabei ist es unabdingbar, dass die Lehrkraft selbst einen positiven Umgang mit sich selbst und ihrem Umfeld führt. Die Lehrkraft ist ein Vorbild für die Kinder in der Schule. Die eigenen Werte zu kennen und die der anderen wahrzunehmen und wertzuschätzen, sind ein erster Baustein für eine gesunde Lehrer-Schüler-Beziehung.
Welche Übungen zum positiven Denken eignen sich in der Schule?
Der Umgang mit positivem Denken hängt von der Lehrkraft ab.
Zu Beginn können Affirmationen als Bildkarten oder als Poster helfen positive Glaubenssätze zu verinnerlichen.
Das Thema „Werte“ mit den Kindern zu besprechen, erfordert die Voraussetzung, dass die Lehrkraft selbst ihre eigenen Werte kennt und gemeinsam können Klassenwerte geschaffen, die auch zu Schulwerten erweitert werden können. Mitunter können dann einige Regeln abgeschafft werden, wenn Werte so fest etabliert sind, dass sich Kinder automatisch daran halten, diese nicht zu verletzen.
Mit jedem Kind in Beziehung zu treten, schafft eine vertrauensvolle Atmosphäre und die Kinder fühlen sich wahr- und Ernst genommen.
Yoga in seiner Gesamtheit schafft es, Kinder innerlich zu stärken, ihre Resilienz zu fördern und die eigene Selbstwahrnehmung zu trainieren.
Zusammenfassung Modul 1 - Lektion 5 Positives Denken
- Die Gedanken formen die Handlungen.
- Gedanken haben eine starke Kraft. Positive Gedanken schaffen positive Taten
- Die Lehrkraft ist in der Schule ein Vorbild für ihre SchülerInnen und sollte auch positiv über sich selbst denken und eine positive Umgebung schaffen.
- Affirmationen helfen negative Glaubenssätze aufzulösen.
- Werte können in der Klasse eine angenehme Atmosphäre schaffen.