Yoga im Unterricht integrieren

Modul 1 - Was ist Yoga?

Lektion 4 - Meditation und Achtsamkeit

Lektion 4 - Meditation und Achtsamkeit

Was ist Meditation?

MeditationMeditation gehört zu den besten und zugleich für uns im Westen lebenden Menschen zu den schwierigsten Methoden, um zu entspannen und die Gedanken ruhen zu lassen. Die meisten probieren Meditation aus und geben nach kurzer Zeit auf, weil sie kaum Erfolge verspüren. 

Lehrkräfte, die selbst nicht meditieren werden sich schwer tun, diese Form des Yoga mit den Kindern zu praktizieren. 

Deshalb ist der beste und einfachste Weg dies den Kindern näher zu bringen, es so oft wie möglich selbst zu üben (täglich 5-10 Minuten)

Welche Art von Meditation ist dabei zunächst irrelevant. Wichtig ist, sich wohlzufühlen und zu lernen sich auf einen leeren Geist zu fokussieren. 

Zu Beginn ist eine angeleitete Meditation sehr hilfreich, die die Konzentration auf eine Sache lenkt, wie zum Beispiel den Atem, einem Mantra, einer Affirmation usw. 

Meditation bedeutet „das zur Ruhebringen der Gedanken im Geist“. Durch die Konzentration auf eine Sache (z.B. den Atem), wird das geübt, indem während der Meditation die Gedanken, die in den Vordergrund rücken wollen, wieder zur Seite schieben und zurück zur Konzentration gelangen (den Atem). 

Warum ist die Meditation so wichtig?

Durch die Meditation lernen wir, besser mit Stress umzugehen und innere Ruhe zu erreichen. 
Das Gehirn wird positiv durch meditieren verändert. Die Resilienz wird gestärkt.

Wer täglich meditiert, spürt die positiven Wirkungen.

Wirkungen von Meditation

  • Meditation kann wie eine Entspannung wirken.
  • Der Sympathikus im Nervensystem wird heruntergefahren und der Parasympathikus wird hochgefahren (Stresshormone werden abgebaut, Glückshormone werden ausgeschüttet)
  • Muskeln entspannen
  • Verdauung wird angeregt
  • Reparaturprozesse im Körper werden in Gang gesetzt
  • hilft zu mehr Gelassenheit
  • hilft zu mehr innerer Ruhe, Stabilität und Stärke
  • Konzentration wird erhöht

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit beschäftigt sich weder mit der Vergangenheit noch mit der Zukunft. Der jetzige Moment wird lediglich wahrgenommen ohne zu bewerten. 

Durch das Wahrnehmen der Gegenwart werden die Dinge so gesehen wie sie sind ohne zu interpretieren. 

Die Sinne können bei der Achtsamkeit hinzugenommen werden, was wird gesehen, was wird gehört, gespürt, gerochen und geschmeckt? 

Diese Fokussierung auf die eigene Selbstwahrnehmung oder Fremdwahrnehmung steht im Mittelpunkt. 

Warum ist Achtsamkeit zu wichtig?

Unser Leben ist umgeben von sehr vielen Reizen, die schon im Kinderalter beginnen. Unzählige Farben, Formen, Medien, Geräusche usw. überfordern oftmals den Geist und dieser kommt nicht zu Ruhe. 

Das Leben ist schnelllebig und wird durch viele Faktoren zu stressfördernder Gesellschaft. Schon im Kitaalter und auch in der Grundschule können viele Kinder nicht mit ihren Gefühlen umgehen und sind geplagt von (Leistungs-)Druck, Ängsten und Sorgen. 

Achtsamkeit kann dazu helfen, die Umgebung bewusst wahrzunehmen und die eigenen Selbstwahrnehmung zu fördern. 

Wirkungen von Achtsamkeit

  • erhöht die Fremd- und Selbstwahrnehmung
  • der Umgang mit den eigenen Gefühlen wird verbessert
  • innere Ruhe tritt ein
  • Stress wird reduziert
  • der Geist wird gestärkt, wird wacher und aufmerksamer
  • das Bewusstsein wird erhöht, was zu einer Verhaltensregulation und Verhaltensänderung führen kann.
  • Der gegenwärtige Moment lässt uns Freude und Glück spüren

Meditations- und Achtsamkeitsübungen für Kinder im Unterricht folgen im praktischen Teil.

Unterschied zwischen Meditation und Achtsamkeit

Meditation

Die Aufmerksamkeit und Konzentration wird auf eine Sache gelenkt. Zum Beispiel auf den eigenen Atem, auf ein Objekt oder eine Vorstellung.
Wenn die Gedanken von dieser Sache abweichen, werden sie immer wieder zurück zu dieser Sache gebracht. Über einen längeren Zeitraum und durch regelmäßiges Üben wird es von Zeit zur Zeit immer einfacher.

Achtsamkeit

Achtsam bedeutet den gegenwärtigen Moment wahrzunehmen ohne zu beurteilen.
Dabei können den Kindern die 5 Sinne helfen, den gegenwärtigen Moment wahrzunehmen. Oder ein Objekt achtsam zu betrachten ohne zu urteilen.
Achtsamkeit hilft einen Beobachtermodus einzunehmen.

Es ist manchmal auch möglich beide Formen miteinander zu kombinieren und eine achtsame Meditation durchzuführen. Beide Formen ergänzen sich gut und interagieren gut zusammen, das man sie meist nicht unbedingt trennen muss.
Wichtig bei Meditation und Achtsamkeit ist das regelmäßige Üben. Nur durch das ständige Wiederholen dieser Methoden lernen Kinder, achtsam mit sich und der Umwelt umzugehen und ihren Geist zu schulen.
Auch wenn es zwischendurch bestimmt Phasen gibt, wo es mit diesen Methoden nicht so gut funktioniert, ist der entscheidende Schlüsselfaktor das “Nicht-Aufgeben”-, demnach das “Weitermachen” als beste Lösung anzusehen.

Worauf muss man bei Kindern achten, um Meditation und Achtsamkeit durchzuführen?

Regelmäßigkeit
Kurze Übungen im Unterricht als Ritual einführen und regelmäßig üben. 1-2 Mal pro Woche 5 Minuten, besser täglich 2-10 Minuten. 

Entspannte Haltung
Für die Dauer der Meditation ist ein aufrechter Sitz sinnvoll. Die Augen können geschlossen werden. Auch Meditationen im Liegen/Laufen sind durchaus möglich. 

Umgebung/Atmosphäre
Versuche eine angenehmen Umgebung zu schaffen, indem du unnötige Reize reduzierst. Vielleicht ist es möglich, eine Kerze anzuzünden (vorher Schulleitung fragen) oder Duftstäbchen zu benutzen.

Kein Zwang
Es muss kein Kind zur Meditation gezwungen werden. Die meisten Kinder, die dies verweigern, versuchen der eigenen Selbstwahrnehmung zu entfliehen. Mit der Zeit versuchen es aber die meisten Kinder mitzumachen. 

Zusammenfassung Modul 1 - Lektion 4 Meditation und Achtsamkeit

  • Regelmäßig zu meditieren und Achtsamkeit zu praktizieren hat enorme Vorteile für die eigenen Gesundheit und Lebensqualität
  • Es gibt Unterschiede zwischen Meditation und Achtsamkeit, es kann aber auch beides miteinander kombiniert werden. 
  • Lehrende sollten selbst meditieren, um anderen diese Form beibringen zu können.
  • eine angenehme Atmosphäre, eine entspannte Haltung und keinen Zwang im Unterricht schaffen.