Yoga in der Schule - beliebte Bewegung, Ruhe & Konzentration im Klassenzimmer

Die Kinder kommen aus der Pause zurück, Stühle quietschen, Stimmen überschlagen sich. Du möchtest mit der Stunde beginnen, doch die Energie ist überall – nur nicht im Lernfluss. 

Kennst du das?

Yoga in der Schule, speziell im Klassenraum schafft einen Moment, in dem Kinder wieder bei sich ankommen dürfen. 
Nicht, um still oder brav zu sein, sondern um Körper, Geist und Emotionen zu verbinden. 

Mit einfachen Übungen, die im Stehen oder mit einem Stuhl durchgeführt werden können, erlebst du: Yoga funktioniert auch ohne Matte – direkt im Unterricht, direkt in der Klasse. 

Warum Yoga in der Schule so wertvoll ist

Yoga fördert Kinder auf mehreren Ebenen: 

  • Körperwahrnehmung & Haltung
  • Balance & Koordination
  • innere Ruhe & Konzentration
  • Spaß & Bewegungsfreude

Kurze, thematische Sequenzen helfen, die Energie zu regulieren, Übergänge zu gestalten und Lernbereitschaft zu steigern. 

Yogaübungen im Klassenraum - sanft, sicher, alltagstauglich

Alle Übungen lassen sich ohne Umziehen durchführen, ohne Matten im Raum und ohne spezielles Material. Die Kinder stehen oder benutzen den Stuhl, um Übungen durchzuführen. So passen sich die Übungen flexibel an die Raumgröße und die Bedürfnisse der Kinder an.

Yoga in der Schule - mitten im Klassenraum ohne leere Räume und Matten

In Schulen gibt es selten leere Räume, mit Matten oder perfekter Atmosphäre. Meist ist die Klasse voll besetzt, Stühle stehen sich nebeneinander – und trotzdem möchten Kinder sich bewegen, dehnen und balancieren. 

Genau hier setzt Yoga im Unterricht an: mitten im Klassenraum, zwischen den Stühlen, vor oder hinter ihnen.

Kinder können den Körper in alle Richtungen bewegen: Arme und Schultern strecken. Wirbelsäule dehnen, sich drehen, balancieren und sich strecken – ohne dass der Raum leergeräumt werden muss. 

So lernen Kinder ganz nebenbei: Yoga passt in den Alltag, es funktioniert überall und mit voller Klassengröße.

Spielerisches Beispiel:

Stell dir vor, die Kinder werden zu starken Bäumen:

  • Die Füße stehen sicher auf dem Boden zwischen den Stühlen. 
  • Die Arme strecken sich wie Äste in die Sonne.
  • Die Wirbelsäule wächst lang und aufrecht. 
  • Danach „schaukeln“ sie wie Gräser im Wind, drehen sich wie kleine Windräder oder „fließen“ durch die Luft wie Wolken.
    Alles ohne Matte – alles mitten in der Klasse. 

6 Übungsbereiche für den Unterricht

Yoga Poster für KinderAuf einem übersichtlichen Poster beinhaltet jede Kategorie sechs verschiedene Positionen, mit Stuhl oder im Stehen.

Die Yoganamen jeder Übung spiegeln die Position wieder. Eine genaue Anleitung und Wirkung zu jeder Position findest du auf den „Yoga in der Schule – Bildkarten“

Umkehrhaltungen

Bei Umkehrhaltungen ist die Hüfte über dem Herzen und das Herz über dem Kopf. Schulterstand und Kopfstand gehören dazu, aber für Yoga im Unterricht sind die sanften Variationen besser umsetzbar.

Umkehrhaltungen stabiliseren das Herz-Kreislauf-System und die Funktion des Gehirns. Auch die Verdauung wird angeregt. Die Konzentration wird gesteigert und die Müdigkeit verschwindet. Der Blick wird neu gerichtet. Zudem fördern diese Haltungen das Selbstbewusstsein.

Rückbeugen

Bei Rückbeugen wird die Brust geöffnet, die Lunge und das Herz haben mehr Weite. Die Brustwirbelsäule wird beweglicher. Die Körpervorderseite wird gedehnt.

Die Verdauung wird angeregt und die Qualität des Atems wird durch die Dehnung verbessert. Die Thymusdrüse wird stimuliert. Sie sitzt hinter dem Brustbein und steuert die Abwehrkräfte im menschlichen System. Negative Emotionen können schneller aufgelöst werden.

Vorwärtsbeugen

Vorwärtsbeugen dehnen wiederum die ganze Körperrückseite, vor allem den Rücken und die Beinrückseiten. Dadurch wird der Bauch komprimiert und die Organe werden massiert.

Gleitet man tiefer in die Stellung, wirkt es stressabbauend und entspannt. Geduld wird trainiert und die Fähigkeit loszulassen.

Drehungen

Verspannungen und Blockaden werden durch Drehübungen aufgelöst. Dysbalancen im Körper werden ausgeglichen.

Die Verdauungsorgane werden massiert und die Entgiftung wird angeregt. Genau wie auf körperlicher Ebene helfen Drehungen auch auf psychischer Ebene zu mehr Stabilität und Auflösen von emotionalen Blockaden. Stärke zeigt sich auf allen Ebenen.

Seitliches Dehnen

Der gesamte seitliche Körperbereich von den Füßen, über die Flanke bis zu den Fingerspitzen wird bei den seitlichen Yogaübungen gedehnt.

Dabei wird die Rippenzwischenmuskulatur aufgelockert und die Lungenflügel erhalten mehr Platz. Das führt zu einer besseren Haltung. Zudem wird die Konzentration gefördert und es führt zu einem besseren Wohlbefinden.

Gleichgewichtsübungen

Gleichgewichtsübungen helfen nicht nur auf körperlicher Ebene die Balance wieder zu finden, sondern auch auf psychischer Ebene.

Körperlich wird die Stabilität, Kraft und Körperwahrnehmung gestärkt. Psychisch kehrt mehr Ruhe ein, Stabilität in allen Lebenslagen wird erhöht und emotionale Kontrolle kann durch diese Übungen wieder hergestellt werden. Das führt zu mehr Gelassenheit, Harmonie und Frieden.

Entspannungslagen

Entspannungslagen bringen das Nervensystem ins Gleichgewicht. Körperliche Anspannungen werden gelöst. Stress wird abgebaut, Glückshormone werden ausgeschüttet. Auch geistig werden Spannungen abgebaut. Ausgeglichenheit und innere Ruhe kehren ein.

Am Ende einer Yogaeinheit empfiehlt es sich, gesondert mit Entspannungsübungen für Kinder zu befassen. Lässt es die Zeit zu, werden all die positiven Wirkungen entstehen. 

Die Wirkungen zeigen sich jedoch erst, wenn die Übungen regelmäßig praktiziert werden. Deshalb ist es sinnvoll, sie jeden Tag kurz zu integrieren, um all die positiven Effekte zu spüren. Lernen Kinder von Beginn an, ihren Körper wahrzunehmen, körperliche und geistige Spannungen zu lösen, können sie ihr Wissen relativ schnell auf alle Situationen im Alltag anwenden. Das führt zu mehr Resilienz und starkem Selbstbewusstsein, der sie bis ins Erwachsenenalter begleitet.

Yoga in Geschichten & Gedichten - Bewegung bekommt Bedeutung

Kinder verstehen Yoga leichter, wenn es in Geschichten eingebettet wird. Andersrum verinnerlichen sie einen sachlichen Inhalt, wenn sie Bewegungen mit dem Inhalt verknüpfen. Das ist in der Schule eine WIN-WIN-Situation für alle. 

  • Fantasiewelten
  • Tiere
  • Naturbilder
  • Sachunterrichtsthemen
  • Themen wie Freundschaft oder Mut

So wird Yoga nicht als Übung, sondern als Erlebnis wahrgenommen. Als spielerische Bewegung, umrahmt von Atmung und Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper, unabhängig von der Leistung anderer oder der eigenen.

Niemand muss die Übungen perfekt machen oder sich mit anderen vergleichen. Jeder übt für sich und wie er kann. 

Werden in den Yogaeinheiten noch Atemübungen für Kinder eingebaut, so entfalten die Übungen ihre Wirkung noch intensiver. 

Von Yoga im Unterricht zu Kinderyoga - ein Ausblick

Viele meiner Übungen lassen sich ganz einfach auch in Kinderyoga-Klassen oder Kita-Angeboten übertragen: 

Aus Stuhl & Stehen werden Matte & freies Spiel

Aus Geschichten werden längere Sequenzen

Aus thematischen Übungen werden eigene Module

Du als Kinderyogalehrer*in kannst meine Geschichten und Gedichte auch in deinem Kinderyogakurs verwenden, du passt lediglich die Asanas an eine Matte an. 

Materialien, Bildkarten und Poster

Bei yokids.de findest du alles, um Yoga direkt in die Schule zu integrieren. 

Yoga im Unterricht der Grundschule ganzheitlich integrieren

Möchtest du wirklich dauerhaft und regelmäßig von den positiven Wirkungen sowohl für alle Schüler:innen als auch für dich, als Lehrkraft profitieren, dann schau dir mein Konzept an, wie genau man alle Elemente des Yoga in den Unterricht integrieren kann. 

Yoga im Unterricht bedeutet nicht nur, die Körperübungen einzubringen, sondern auch Entspannung, Achtsamkeit und Meditation, Atemübungen sowie Übungen zum positiven Denken einzubauen. Mein Konzept kannst du dir als pdf runterladen und direkt loslegen. 
Es ist einfach umsetzbar und du brauchst keine Vorkenntnisse. 

FAQ - Häufige Fragen zu Yoga in der Schule

Brauchen Kinder oder Lehrkräfte Yoga-Erfahrungen?

Nein. Alle Übungen sind so gestaltet, dass Anfänger:innen sofort einsteigen können, auch ohne Vorerfahrung.

Muss der Klassenraum umgebaut werden?

Nein, alle Übungen funktionieren auch in einem vollen Klassenraum. Die Kinder verteilen sich vor/hinter die Stühle. 

Wie oft sollte Yoga im Unterricht stattfinden?

Kurz & regelmäßig: 2-5 Minuten pro Übungseinheit reichen oft aus. 

Was ist denn nun effektiver, Yoga oder Achtsamkeit im Unterricht?

Beide Methoden haben ihre Vorteile und keines muss voneinander getrennt werden. Zum Yoga gehört Meditation und Achtsamkeit ist das bewusste Wahrnehmen der Gegenwart. Das Eine muss das andere nicht ausschließen, sondern sich wunderbar miteinander ergänzen. Achtsamkeit und Meditation für Kinder sind wundervolle Mittel, um die Wahrnehmung zu stärken.