Was sind Atemübungen und wofür sind sie gut?
Atemübungen für Kinder sind bewusste Atemtechniken, die helfen, Ruhe und Entspannung zu fördern, die Aufmerksamkeit zu steigern und Stressreaktionen zu regulieren. Sie eignen sich im Unterricht, in der Kita, vor Tests oder einfach zur Unterstützung des Alltags. Durch einfache, spielerische Atem- und Konzentrationsübungen lernen Kinder, ihre Atmung bewusst wahrzunehmen und gezielt einzusetzen, um sich besser zu konzentrieren, schneller zu beruhigen und ihre Selbstregulation zu stärken.
👉Atemübungen können helfen bei:
- Konzentration und Fokus
- emotionales Regulation
- Stressabbau
- Aufbau von Achtsamkeit im Alltag
📌Studienlage:
- Tägliche Atem- und Achtsamkeitsübungen können die Leistung in kognitiven Tests (z.B. Mathematik) verbessern – in einer Studie zeigten Kinder nach einem neunwöchigen Atemprogramm bessere Ergebnisse im Rechnen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Zur Studie
- Slow-paced breathing reduziert negative Gefühle und unterstützt Entspannung im Alltag von Kindern im Alter von 9-13 Jahren. Zur Studie
Wirkung von Atemübungen auf Kinder
Der Atem ist immer da. Er begleitet Kinder durch Aufregung, Freude, Wut und Müdigkeit – meist unbemerkt.
Körperliche Effekte
- Beruhigen des Nervensystems
- Verlangsamung der Herzfrequenz
- Unterstützung der Sauerstoffversorgung
- Förderung einer tieferen Bauchatmung statt flacher Brustatmung
Geistige & emotionale Wirkungen
- Besserer Umgang mit Stress und Emotionen
- Mehr Konzentration und Aufmerksamkeit im Unterricht
- Mehr innere Ruhe und Selbstregulation
Kinder lernen dabei nicht „richtig“ zu atmen – sondern ihren Atem bewusst wahrzunehmen und zu nutzen.
Eng verknüpft mit Achtsamkeit für Kinder können diese Übungen noch effektiver eingesetzt werden.
Warum Kinder heute oft flach atmen
Viele Kinder:
- sitzen viel
- sind früh gefordert
- wechseln schnell zwischen Reizen
- haben wenig Raum für Pausen
Der Atem wird dabei automatisch:
- kurz
- schnell
- hoch in der Brust
Atemübungen laden Kinder ein, wieder tiefer zu atmen, ohne Druck, ohne Korrektur – über Bilder, Bewegung und Fantasie.
Atemübungen für Kinder - immer spielerisch
Trockene Atemanleitungen funktionieren bei Erwachsenen gut, bei Kindern dagegen eher selten. Sie finden sie zu abstrakt und langweilig. Kinder brauchen Bilder im Kopf.
Deshalb sind Atemübungen bei yokids:
- in Geschichten eingebettet
- mit Tieren, Naturbildern oder Alltagssituationen der Kinder verbunden
- oft Teil von Yogageschichten oder Bewegungssequenzen
So wird Atem nicht zur Technik, sondern zum Erlebnis.
Arten von Atemübungen für Kinder
Beruhigende Atemformen
Langsames atmen – zur Ruhe kommen, es hilft Kindern innerlich herunterzufahren.
- „Ballon-Atmung“
- „Kerze ausblasen“
- „Blumenatem“
- „Federn pusten“
Fokussierende Atemformen
Viele Atemübungen lassen sich wunderbar in Themen integrieren oder nach innen zu schauen.
Kinder müssen dabei nicht still sitzen, sie können stehen oder tauchen einfach in die Fantasiewelt ein und der Atem folgt von selbst.
- Atemrhythmus mit Zähltechniken (z.B. 4 Sekunden ein- und 6 Sekunden ausatmen)
- Atem-Visualisierungen für die Konzentration
Viele spielerische, in Themen integrierte Atemübungen, können auch als Übungseinheit im Yoga in der Schule Verwendung finden, denn so werden die Formen optimal miteinander kombiniert.
Spielerische Atemtechniken
Summen als Atemtechnik wirkt beruhigend und reguliert das Nervensystem. Der Körper vibriert und der Ausatmen verlängert sich automatisch. Das löst Spannungen.
Wenn der Körper durch Bewegung mitmachen darf, werden Atemübungen ebenfalls leichter – ganz spielerisch, wie zum Beispiel ein Vogel, der die Flügel hoch und runter bewegt.
- Wellen-Atmung: langes Ausatmen fördert Entspannung
- Bienenatmung (Brahmari): Summen zur Beruhigung und Konzentration
Wann und wie setze ich Atemübungen ein?
Im Unterricht (der Grundschule)
- Zu Beginn, vor schwierigen Aufgaben, als Mini-Pausenübung
- Zur Stabilisierung der Aufmerksamkeit zwischen Lernphasen
In der Kita
- Als Übergangsritual vom Spielen zur Ruhephase
- Beim Morgenkreis als Routine
Zuhause & Alltag
- Vor den Hausaufgaben
- Vor dem Schlafengehen als Entspannungsritual
Pädagogische Tipp & Hinweise
- Beginnen, wenn Kinder ruhig sind -> nicht erst in hoher Anspannung
- Integriere Atemübungen regelmäßig in den Tagesablauf
- Nutze Bilder, Geschichten oder Bastelmaterial, damit Kinder motiviert bleiben
- Baue Atemübungen in Geschichten ein
Beispiel: „Bienenatmung“ lässt sich spielerisch erklären und motiviert Kinder.
FAQ - Häufige Fragen zu Atemübungen
Wie lange dauern Atemübungen?
Kurze Einheiten von 1-5 Minuten reichen oft schon aus, um Effekte zu spüren.
Ab welchem Alter sind sie geeignet?
Schon ab ca. 3 Jahren in spielerischer Form; einfache Techniken für ältere Kinder
Was ist, wenn Kinder lachen oder albern werden?
Das ist ganz normal. Atemübungen dürfen leicht sein – manchmal auch laut, wenn ein Gorilla oder ein Löwe brüllt – auch Freude gehört dazu.
Brauche ich Hilfsmittel?
Nein – meist reichen einfache Bilder oder visuelle Hinweise, um die Technik zu erklären. Manchmal hilft es aber auch, etwas zu basteln und damit die Atemübung haptisch und visuell zu unterstützen
Atemübungen im Zusammenspiel mit anderen Bereichen
Diese Übungen lassen sich ideal verbinden mit:
- Entspannungsübungen (Übergang in die Ruhe)
- Achtsamkeit (bewusstes Wahrnehmen)
- Yoga in der Schule (Atem & Bewegung)
- Positivem Denken (Atem + innere Bilder)
So entsteht ein ganzheitlicher Ansatz – ohne Überforderung
Materialien & weiterführende Übungen
Zu konkreten Übungen, PDFs und Video-Anleitungen kannst du dir folgende Seiten anschauen:
Wenn du konkrete, sofort einsetzbare Atemübungen für Kita, Grundschule oder den Alltag suchst, findest du diese als PDF-Material im Materialbereich von www.yokids.de Viele Übungen eignen sich auch zur Festigung von Achtsamkeit und Konzentration